Csontváry: In der Sprache der Photonen
Eine einzigartige digitale Kunstreise erwartet Besucher*innen ab dem 27. Juni im CODE
In Veszprém eröffnet sich ein völlig neuer Zugang zum Werk von Tivadar Csontváry Kosztka: Die neueste Produktion des CODE – Digitale Erlebniszentrum lädt das Publikum zu einem spannenden audiovisuellen Abenteuer ein. Csontváry – In der Sprache der Photonen präsentiert das Leben und Schaffen des Malers in einer außergewöhnlichen immersiven Form – durch die Mittel der digitalen Kunst, erzählt in der Sprache des Lichts.
Eine Ikone der ungarischen Malerei – in neuem Licht
Tivadar Csontváry Kosztka (1853–1919) zählt zweifellos zu den bekanntesten und beliebtesten Malern Ungarns. Seine Werke – in zahllosen Reproduktionen präsent – sind tief im kollektiven Gedächtnis der Nation verankert und finden sich in jeder künstlerischen „Best of“-Liste. Obwohl seine Zeitgenossen ihn oft für einen weltfremden Sonderling hielten und erst Jahrzehnte nach seinem Tod seine Genialität anerkannt wurde, ist er heute eine zentrale Figur der ungarischen Moderne. Seine Popularität wächst bis heute, doch sein kurzes Leben und das überschaubare, rund 150 Werke umfassende Œuvre sind noch immer von Rätseln umgeben. Besessen suchte er nach dem „Sonnenweg“ in der Malerei, nach besonderen Lichteffekten – nach der Sprache der Photonen.
In dieser Ausstellung erscheinen seine Bilder nicht auf Leinwand, sondern als Teil eines außergewöhnlichen audiovisuellen Erlebnisses mit einzigartiger Bild- und Klangwelt – inszeniert in den verschiedenen Räumen des CODE. Am 27. Juni wurde die Produktion offiziell eröffnet.
„Unser Ziel ist es, eine kreative Region zu etablieren, zu erhalten und zu stärken. Das CODE ist ein Treffpunkt – und zugleich ein Signal für die kreativen Köpfe der Region. Die Werke von Csontváry Kosztka Tivadar bieten dafür den idealen Anlass und Rahmen“, betonte Tibor Navracsics, Minister für öffentliche Verwaltung und Regionalentwicklung, in seiner Eröffnungsrede.
Drei Räume – drei besondere Erlebnisse
Csontváry – In der Sprache der Photonen nähert sich dem Schaffen des Künstlers aus drei Blickwinkeln – in drei unterschiedlichen Räumen:
Im Erlebnisgang führt eine eindrucksvolle multimediale Ausstellung durch Csontvárys Lebensweg: von seiner Kindheit über die Jahre als Apotheker bis hin zur künstlerischen Entfaltung. Animierte Bilder, interaktive Elemente und kunsthistorische Analysen machen erfahrbar, wie aus einem Apotheker ein visionärer Künstler wurde, wie sich seine Weltsicht entwickelte und nach seinem Tod der Csontváry-Mythos entstand.
Im Studio erwartet die Besucherinnen ein dreidimensionales, raumfüllendes, zeitgenössisches Kunstwerk – ein schwebendes, abstraktes Universum, in dem Csontvárys Farben, Wasserfälle und Himmelslichter zu audiovisueller Poesie verschmelzen.
Im Hexagon, einem 400 m² großen Panorama-Raum mit 360-Grad-Projektionen, können Besucherinnen in die rekonstruierten 3D-Welten seiner Gemälde eintauchen. In fünf Kapiteln erleben sie Csontvárys geistige und geografische Pilgerreise – von Selmecbánya bis Baalbek, von der Stille der Karpaten bis zu den Zedern des Libanon.
Eine digitale Reise für alle Sinne
Diese Ausstellung ist keine klassische Präsentation, sondern eine außergewöhnliche audiovisuelle Reise, in der Csontvárys Gemälde, Gedanken und Visionen in digitalen Dimensionen lebendig werden. Das Programm spricht alle Generationen an: Kunstliebhaber*innen erhalten tiefere Einblicke in Csontvárys Denken, jüngere Gäste begegnen einem der bedeutendsten ungarischen Künstler auf neue und visuell fesselnde Weise.
„Mit der Eröffnung der Csontváry-Ausstellung sind wir unserem langjährigen Ziel einen Schritt nähergekommen: Veszprém und unsere Region zum Zentrum der ungarischen Kreativität und der heimischen Kreativwirtschaft zu machen. Die heutige Produktion ist eine beeindruckende Neuinterpretation des Werks eines ungarischen Genies. Ich hoffe, diese immersive Inszenierung wird auch international große Erfolge feiern“, sagte Gyula Porga, Bürgermeister von Veszprém.
„Es geht um den Dialog der Generationen. Um neue Wege, aber auch um Respekt gegenüber der Vergangenheit – und gegenüber unserem Malergenie Tivadar Csontváry Kosztka. In unserer Zeit ist es selten, eine Produktion zu schaffen, die sowohl Wert und Nachhaltigkeit bietet als auch einen WOW-Effekt erzeugt. Das CODE kann hier wegweisend sein und anderen Einrichtungen als Vorbild dienen“, würdigte Anita Kiss-Hegyi, Staatssekretärin für kulturelle Beziehungen, das Zentrum.
„Tivadar Csontváry Kosztkas ikonische Werke sind ein fester Bestandteil des visuellen Gedächtnisses der ungarischen Nation. Ihre Bedeutung zeigt sich darin, dass sie jede Generation aufs Neue in ihren Bann ziehen. Seine Kunst war nie spekulativ – vielmehr von einer unvoreingenommenen, durchgeistigten Einsicht in die Ordnung der Natur geleitet. Csontváry wollte einfach nur sehen – wie er selbst sagte, er wollte Maler des Sonnenwegs werden. Mein Dank gilt allen, die durch ihre Arbeit und Unterstützung dieses außergewöhnliche Erlebnis ermöglicht haben, das den Csontváry-Kult weiter bereichert“, sagte László Baán, Generaldirektor des Museums der Schönen Künste, in seiner Eröffnungsansprache.